frühjahrsputz

Frühjahrsputz in Haushalt und Garten

Ungebrochene Tradition

Warum putzen wir gerade im Frühjahr das ganze Haus? Und können schweizer Familien die Aufgaben in Haushalt und Garten überhaupt noch selbst stemmen? Die Antworten finden Sie in diesem Warm-up zum Frühjahrsputz!

Putzen im Frühjahr

Warum wird eigentlich gerade im Frühjahr gross geputzt? Wie viele Traditionen geht auch der Frühjahrsputz auf die Zeit vor 1900 zurück. Damals wurde im Winter bei offenem Feuer gekocht und geheizt, was einen grossen Russrückstand an Wänden, Fenstern und Möbeln verursachte. Im Frühling wurde das Haus dann also geputzt und frisch poliert. Schäden, die der Winter verursacht hatte, wurden handwerklich behoben.
Dass die moderne Gesellschaft an dieser Tradition aufgrund ihres fortgeschrittenen Standards theoretisch nicht festhalten müsste, tut der Sache aber keinen grossen Abbruch. Das bestätigen die Umsätze der Putzmittelhersteller, die im ersten Quartal des Jahres alljährlich am höchsten sind.
In unserem Monatsspezial erwarten Sie daher kreative Tipps zu Erleichterung der Haushaltsaufgaben: Wir überlegen, was man streichen kann; welche Putzmythen existieren und wie Haustiere und Hygiene zusammenpassen. Ausserdem versorgen wir Sie mit Gründen und nützlichen Informationen zu Anstellung einer Haushaltshilfe.

Schweiz: Unterstützung im Haushalt nötig

Familien brauchen heute verstärkt Unterstützung im Haushalt, denn ihre Strukturen verändern sich zunehmend: Knapp drei Viertel der Mütter, die in einer Partnerschaft leben, sind berufstätig. Sogenannte Sandwich-Familien betreuen die eigenen Kinder und pflegen gleichzeitig die immer älter werdenden Verwandten. Familiäre Netze werden überdehnt, denn Grosseltern wohnen häufig weit entfernt oder sind selbst noch berufstätig.
Der Betreut-Haushaltsreport 2012 zeigt auf, dass sich Schweizer Familien zumeist noch bemühen, Aufgaben im Haushalt selbst zu erledigen. Trotzdem würde sich die Mehrheit der Befragten bei diesen Tätigkeiten gerne unter die Arme greifen lassen. Die Ergebnisse der Befragung lassen erkennen, dass die Beschäftigung einer Haushaltshilfe jedoch vom familiären Einkommen abhängig ist. Ab einem monatlichen Nettoeinkommen von 3500 CHF werden vermehrt Haushaltshilfen eingestellt. Bei einem Familieneinkommen ab 5.000 Franken beschäftigen zwei von drei Befragten eine Haushaltshilfe.
Die Tätigkeit der Haushaltshilfe folgt keiner geregelten Ausbildung: Sie kann heute professionell erlernt, aber auch nebenberuflich ausgeübt werden. Der Wirtschaftszweig hat sich im Laufe der Jahrhunderte stark gewandelt.
Meinungen zu Haushaltshilfen

 

Hauswirtschaft im Wandel der Zeit

Alles, was im Haushalt Aufgaben verursacht, wurde gemeinhin mit dem Überbegriff Hauswirtschaft betitelt. Bis in das 19. Jahrhundert hinein war dieser Bereich die dominierende Wirtschaftsform. Er bezog sich auch auf die Wirtschaftsführung in Betrieben verschiedener Grösse. Dementsprechend ist die kleinste hauswirtschaftliche Einheit nach dieser Definition der private Haushalt.

Was vor der Jahrhundertwende um 1900 noch Stunden dauerte, wurde mit der Frauenbewegung reformiert. Funktionale Kleidung und Einbaumöbel ohne viel Prunk vereinfachten die haushaltsnahen Tätigkeiten. Das Kochen und waschen wurde teils auf Grossküchen und Wäschereien ausgelagert. Nach wie vor oblag die hauswirtschaftliche Bildung der Fürsorgepflicht der Frau.

Das 20. Jahrhundert brachte weitere Erleichterungen für den Haushalt: Elektrische Haushaltsgeräte wie Kühlschrank, Herd und Waschmaschine verringerten den Arbeitsaufwand. Gegen Ende des Jahrhunderts wurden ökologische und gesundheitspolitische Fragen immer wichtiger: Man begann zu recyceln, Energie zu sparen und sich ausgewogen zu ernähren. Mittlerweile ergriffen auch immer mehr Männer Berufe im hauswirtschaftlichen Bereich. In Zukunft werden auch weiterführende Tätigkeiten rund um die Altenpflege und Kinderbetreuung in die Hauswirtschaftslehre integriert werden.



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