Kündigung als Betreuer

Kündigung als Betreuer

Wie Sie einen Job kündigen

Es ist nie einfach, ein bestehendes Arbeitsverhältnis aufzugeben – besonders als Alltagshelfer mit einem guten Verhältnis zu der Familie, bei der Sie arbeiten. Woran sollten Sie unbedingt denken?

Es ist stets schwierig, dem Chef zu sagen, dass man seinen Arbeitsvertrag auflösen möchte. Manchmal stellt sich der scheinbar perfekte Job aber als unpassend heraus oder die Pläne von Arbeitgeber und –nehmer sind nicht länger vereinbar. Gerade im Bereich der Betreuung ist eine Kündigung ein sensibles Thema, denn häufig besteht bereits eine Bindung zwischen Familie und Betreuer.

Wie also sollte ein Alltagshelfer bei einer Kündigung vorgehen, um grosse Überraschungen zu vermeiden und einen einfachen Übergang für alle zu schaffen?

1. Erst vorsorgen, dann handeln

Damit Sie nicht perspektivlos ins kalte Wasser springen, sollten Sie möglichst bereits eine Zusage für eine andere Anstellung haben. Andernfalls könnte es passieren, dass Sie nicht sofort eine neue Aufgabe finden, was sich eventuell in Ihrer Stimmung niederschlagen würde. Denn viele Arbeitgeber spüren, ob ein Bewerber verzweifelt ist. Das ist für sie häufig kein gutes Zeichen. Bedenken Sie ausserdem, dass Sie nach einer Kündigung zeitweise für den Empfang von Arbeitslosengeld I gesperrt werden können.

Bewerben Sie sich also schon auf neue Jobs, während Sie noch in einem Arbeitsverhältnis stehen.

2. Persönlich kündigen

Wenn Sie beschlossen haben, einen neuen Weg einzuschlagen, informieren Sie Ihren Arbeitgeber auf professionelle Art und Weise. Entscheiden Sie sich für ein persönliches Gespräch, denn jeder E-Mail und jedem Brief fehlt der nötige Ton. So können Sie Ihr Bedauern nicht entsprechend ausdrücken.  Halten Sie in dem Gespräch Augenkontakt und erklären Ihre Beweggründe ehrlich. Das ist nur fair gegenüber Ihrem Arbeitgeber.

Die schriftliche Kündigung können Sie zum Gesprächstermin mitnehmen.

3. Zeit geben

Sie stellen für Ihren Arbeitgeber eine grosse Unterstützung dar. Sicher wird es einige Zeit brauchen, einen geeigneten Ersatz für Sie zu finden. Wenn Sie dafür keine Zeit einplanen, bringt das Ihren Arbeitgeber in eine unangenehme Situation, was letztlich auch auf Ihre Referenz zurückfallen kann. Im Betreuungsbereich sollte zumindest eine Kündigungsfrist von zwei Wochen eingehalten werden.

4. Dankbar sein

Ein Arbeitsverhältnis sollte freundlich beginnen und enden. Bleiben Sie also dankbar, taktvoll und professionell. Bedanken Sie sich für die tolle Möglichkeit, in dieser Familie zu arbeiten und integriert zu werden.  Sagen Sie auch, was den Wert der Arbeit für Sie gesteigert hat und bleiben Sie dabei authentisch. Selbst, wenn Sie den Job nicht gern gemacht haben, sollten Sie wenigstens einen positiven Aspekt herausstreichen. Mit einer solchen immer positiven Einstellung machen Sie sich auch in Zukunft den Arbeitsalltag leichter.

5. Ohne den Schwarzen Peter spielen

Wenn Sie über die Gründe Ihres Arbeitgeberwechsels sprechen, bleiben Sie objektiv. Verwenden Sie allgemeine Sätze wie „Für mich ist es an der Zeit für eine Veränderung“. An dieser Stelle spielen Details keine grosse Rolle. Sie würden im schlimmsten Fall eher Gefühle verletzen. Laden Sie Ihre Entscheidung positiv auf, dann wird Ihr Arbeitgeber dieser Attitüde folgen.

6. Kinder aussen vor lassen

Das Thema Kündigung gehört in ein Erwachsenengespräch, für das sich Arbeitgeber und Alltagshelfer eine Zeit ohne Kinder aussuchen sollten. Sobald Sie die Lage geklärt haben, sollten beide Parteien beraten, wie die Kinder davon erfahren. Lassen Sie hier den Eltern den Vortritt und achten Sie darauf, wie Sie über Ihre Entscheidung reden, sobald der Nachwuchs davon weiss.

7. Nach einer Empfehlung fragen

Es ist wichtig, dass Sie im Guten mit Ihrem Arbeitgeber auseinandergehen. Nur so macht es Sinn, nach einer Weiterempfehlung zu fragen. Für zukünftige Arbeitgeber macht es einen positiven Eindruck, wenn diese sich bei Ihren vergangenen Arbeitgebern melden und nach einer Referenz fragen dürfen.

 

Trotz aller Bemühungen ist eine Kündigung für den Arbeitgeber auch hart. Wenn Sie sich unsere Tipps zu Herzen nehmen, machen Sie das Gespräch für beide Seiten einfacher.



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