Au-pair: Kulturelle Unterschiede im Gastland

Besonderheiten fremder Kulturen

Andere Länder, andere Sitten! Wer als Au-pair für einige Zeit ins Ausland geht, sollte sich vorab mit der Kultur seines Gastlandes vertraut machen. Mit der richtigen Vorbereitung lässt sich ein Kulturschock vermeiden.

Wenn Sie sich dafür entscheiden, die Welt als Au-pair zu entdecken, bedeutet das, dass Sie für eine Weile in einem fremden Land mit einer anderen Kultur verbringen werden. Um die Zeit des Einlebens in Ihrem Gastland zu erleichtern und einem Kulturschock vorzubeugen , ist es hilfreich, sich vor dem Au-pair Aufenthalt mit den Sitten, Gebräuchen und kulturellen Besonderheiten des Landes zu beschäftigen. Für Au-pairs, die ihr Au-pair Jahr in Australien, China, England oder Spanien verbringen, haben wir einige Unterschiede und Besonderheiten aus diesen Ländern gesammelt.

Au-pair in Australien: Vorsicht bei bestimmten Handzeichen

Australier gelten allgemein als eher unkompliziert und liberal. Dennoch sollten Sie als Au-pair in Australien einige kulturelle Besonderheiten beachten, um nicht in ein Fettnäpfchen zu treten. Ein wunder Punkt, auf dem Sie im Gespräch mit einem Australier besser nicht herumreiten sollten, ist die Vergangenheit des Landes als britische Gefangenenkolonie. Auch legen die Australier grossen Wert auf Pünktlichkeit – sowohl im Geschäfts- als auch im Privatleben.
 
Die Tischsitten der Australier unterscheiden sich nicht wesentlich von unseren, ausser, dass, wenn beim Essen nur eine Hand benötigt wird, die andere nicht auf den Tisch, sondern in den Schoss gelegt wird.
 
Tabus:

  • Sich beim Anstehen vordrängeln
  • Spucken in der Öffentlichkeit (unter Strafe gestellt)
  • Nach oben gereckter Daumen: Er bedeutet so viel wie „Hau bloss ab!“ und gilt als schwere Beleidigung.
  • Victory-Zeichen aus Mittel- und Zeigefinger: Es ist die Australische Version des Stinkefingers.

Au-pair in China: Im „Reich der Mitte“ ticken die Uhren anders

Wer als Au-pair nach China geht, sollte sich darauf einstellen, dass kulturelle Unterschiede deutlich werden. Sie beginnen bereits bei der Begrüssung, denn obwohl der westliche Handschlag besonders in den Touristenregionen durchaus bekannt ist, ist die Verbeugung voreinander immer noch die traditionelle Begrüssung in China.
 
Besonders wichtig ist in der Chinesischen Kultur vor allem die „Wahrung des Gesichtes“. Weder darf man selbst das Gesicht verlieren, noch darf man sein Gegenüber durch Kritik blossstellen. Weiss ein Chinese auf eine Frage keine Antwort, wird er selten mit einem „Nein“ oder mit „Ich weiss es nicht“ antworten, sondern eine geschickte Alternative für eine Verneinung finden. Das gilt als höflicher.
 
Beim gemeinsamen Essen mit Ihrer Gastfamilie, sollten Sie nie ganz aufessen, sondern immer einen kleinen Rest auf dem Teller lassen, da Aufessen als unhöflich gilt. Ihre Gasteltern werden annehmen, dass Sie noch hungrig sind und Ihnen einen Nachschlag auftischen. Fatal ist es, wenn es keinen Nachschlag mehr gibt – das ist beschämend für Ihre Gastfamilie, da sie nun denkt, das Essen hätte Ihnen nicht gereicht.
 
Beim Betreten eines Hauses oder einer religiösen Stätte ist es Sitte, die Schuhe auszuziehen. Bei der Wahl der Gesprächsthemen sind Sie mit Geschichte, Familie, Kultur und dem Fortschritt Chinas auf der sicheren Seite. Vorsicht ist geboten bei politischen Themen wie der Kulturrevolution, Sexualität und Finanziellem.
 
Tabus: 

  • Naseschnauben in der Öffentlichkeit: Unbedingt eine Toilette dafür aufsuchen!
  • Blumen und Uhren verschenken: Blumen werden in China grundsätzlich nur zu Beerdigungen verschenkt und Uhren sagen dem Beschenkten, dass seine „Zeit bald abläuft“.
  • In der Öffentlichkeit mit dem Finger auf Leute deuten

Au-pair in England: Good save the Queen!

Grossbritannien, insbesondere England, gilt als die „Wiege des Benimm“. Die Briten legen grossen Wert auf Höflichkeit, Fairplay und Gemeinsinn. Aber Achtung: Was in England als höflich gilt, gilt nicht zwangsläufig für andere Teile des Königreiches wie Schottland, Wales oder Nordirland.
 
Wenn Sie als Au-pair nach England gehen, gibt es beispielsweise beim Essen einige Dinge zu beachten. Der Löffel sollte nie ganz im Mund verschwinden und die Gabel wird vor dem Einführen in den Mund mit dem Gabelrücken nach oben gedreht. Für Au-pairs mag das englische Frühstück zunächst befremdlich erscheinen, denn das „English Breakfast“ ist typischerweise sehr gehaltvoll und besteht oft aus Bohnen, Speck, Ei und Würstchen.
 
Die Engländer sind sehr stolz auf das britische Königshaus und vor allem ihre Queen. Wenn ein Trinkspruch auf die Queen ausgesprochen wird, sollten Sie sich unbedingt mit den Anwesenden gemeinsam zu einem Toast erheben.
 
Tabus: 

  • Despektierlich über das britische Königshaus oder die englische Fussballnationalmannschaft sprechen
  • Sich in Warteschlangen vordrängeln
  • Victory-Zeichen aus Mittel- und Zeigefinger: Auch in England entspricht das bei uns harmlose Handzeichen dem beleidigenden Stinkefinger

Au-pair in Spanien

Spanien ist eines der beliebtesten Urlaubsziele vieler Touristen dieser Welt. Wer als Au-pair nach Spanien geht, sollte sich über den Ballermann hinaus mit der spanischen Kultur beschäftigen. Es gilt als höflich, Männer mit der Anrede „Señor“, Frauen mit „Señora“ plus dem Nachnamen anzusprechen. Wer bei den Spaniern Pünktlichkeit auf die Minute erwartet, wird enttäuscht werden: Eine Verspätung von 30 Minuten ist Teil der Verabredung.
 
Durch die in Spanien übliche Siesta von 14 bis 17 Uhr verschiebt sich das Abendessen spät in den Abend hinein. Seien Sie also nicht verwundert, wenn Ihre Gastfamilie Sie erst gegen 21 oder 22 Uhr zu Tisch bittet. Wie in China gelten auch in Spanien leergegessene Teller als Zeichen dafür, dass der Gast nicht satt geworden ist. Daher sollten Sie immer etwas übrig lassen.
 
Das Essen ist ein Spanien generell ein sehr wichtiger Bestandteil des Tages, der hingebungsvoll zelebriert wird. Währenddessen unterhält man sich angeregt – gerne auch laut und wild durcheinander. Spanier sind tolerant gegenüber Lärm. Lärmempfindliche Au-pairs sind gut damit beraten, für alle Fälle ein Paar Ohrstöpsel in ihrem Koffer dabei zu haben.
 
Tabus: 

  • Basken oder Katalanen als Spanier bezeichnen
  • Den umstrittenen, in Spanien leider nach wie vor beliebten Stierkampf kritisieren
  • Obst- und Gemüseauslagen mit blossen Händen berühren: Sowohl im Supermarkt als auch auf dem Markt dürfen Sie Obst und Gemüse nur mit einem Plastikhandschuh vorsichtig abtasten.
  • Das „Rock’n’Roll“ Handzeichen machen: es steht in Spanien für den „gehörnten“ Mann, der von seiner Ehefrau betrogen wird. Finger weg!
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