Au-pair

Kinderbetreuung durch ein Au-pair

Darauf müssen Gastfamilien bei der Einstellung achten

Abenteuer Au-pair: Junge Menschen aus der ganzen Welt bekommen die Möglichkeit für eine bestimmte Zeit in einer deutschen Familie zu leben. Wie Sie das passende Au-pair finden und welche Entlastung sie bei der Kinderbetreuung bieten können, erfahren Sie hier.

Was bedeutet „Au-pair“?

 

Eine gute Möglichkeit, etwaige Betreuungsengpässe für Ihr Kleinkind zu überbrücken, ist die Einstellung eines Au-pairs: Au-pair bedeutet, dass Mädchen und Jungen als Kinderbetreuer ins Ausland gehen und dort bei einer Gastfamilie wohnen. Die Gastfamilie bietet dem Au-pair eine kostenlose Unterkunft und etwas Taschengeld. Im Gegenzug kümmert e sich um die Kinderbetreuung und erledigt leichte Tätigkeiten im Haushalt. Aber natürlich sollte das nicht der einzige Grund sein, um sich für ein Au-Pair zu entscheiden: Im Idealfall wird das Au-pair als weiteres Familienmitglied von seiner Gastfamilie angenommen und beide bereichern sich gegenseitig, indem sie die Kultur und Sprache des anderen kennenlernen und miteinander teilen. Wer als Gastfamilie ein Au-pair anstellen möchte, muss sich vorab um verschiedene Dinge kümmern. Unsere Checkliste „Das richtige Au-pair finden und einstellen“ zeigt auf, wie man dabei am besten vorgeht.

 

Aupair_Kinderbetreuung

 

Formale Voraussetzungen

Gastfamilie für ein Au-pair kann im Grunde jede Familie mit einem oder mehreren Kindern unter 18 Jahren werden. Vor allem in Familien mit mehreren Kindern – und wenn die Eltern zusätzlich ganztags arbeiten – kann ein Au-pair eine grosse Entlastung bieten. Dann ist es der erste Ansprechpartner für die Kinder, wenn Mutter und Vater noch arbeiten oder aus einem anderen Grund nicht zu Hause sein können.

Das Au-pair kann die Familie bei der Kinderbetreuung und bei leichten Aufgaben im Haushalt unterstützen. Ein bis zwei Tage pro Woche sollte das Au-pair von der Arbeit freigestellt sein. Ausserdem kann es mehrere Stunden wöchentlich an einem Sprachkurs teilnehmen. Insgesamt darf das Au-pair nicht mehr als 6 Stunden täglich und 30 Stunden pro Woche arbeiten.

 

 

Vermittlung über Online-Portale

Gastfamilien können sich auf verschiedenen Wegen auf die Suche nach einem Au-pair machen. Zum einen können sie sich bei einer Agentur registrieren lassen, die die Suche für sie übernimmt. Zum anderen können sich die Familien privat umschauen. Etwa auf Internetportalen wie www.aupairnet24.com. Die Suche auf diesem Portal funktioniert gemäss einem „Gesucht-Gefunden-Schema“. Familien haben die Möglichkeit, Gesuche aufzugeben und sich mit einem detaillierten Profil zu präsentieren. Sie können von Au-pairs und auch Agenturen kontaktiert werden oder selber nach einem passenden Au-pair suchen. Sollte sich die Familien für ein privat registriertes Au-pair entscheiden, besteht dennoch die Möglichkeit die kostenpflichtige Unterstützung einer Partner-Agentur bei der Abwicklung der Formalitäten in Anspruch zu nehmen. Angemeldete Familien finden für diese Zwecke in ihrem Konto einen Vermittlungsservice, der das Vergleichen von Angeboten vereinfacht.

 

Kosten für die Familien

Die Aufnahme eines Au-pairs in die Familie ist mit Kosten verbunden. Es ist zwar verhältnismässig wenig, aber jede Familie sollte vorab prüfen, ob sie sich ein Au-pair leisten kann. Zu rechnen ist mit einem monatlichen Taschengeld von etwa 250 Euro. Hinzu kommt eine Versicherung – die Familie muss das Au-pair kranken- und unfallversichern – in Höhe von etwa 30 bis 55 Euro. Ausserdem ist mit Verpflegungskosten von etwa 250 Euro zusätzlich zu rechnen.

 

Die meisten Au-pairs besuchen in dem Gastland einen Sprachkurs. Die Familie ist nicht dazu verpflichtet, diesen zu bezahlen. Auch die finanzielle Beteiligung an Reisekosten ist der Familie freigestellt. Sofern das Au-pair aus einem Nicht-EU-Land kommt, benötigt es ein Visum, dessen Kosten die Gastfamilie übernehmen sollte. Der Lohn für das Au-pair kann unter der Rubrik haushaltnahe Dienstleistungen von der Steuer abgesetzt werden. Die andere Hälfte kann bei den Kinderbetreuungskosten angerechnet werden. Das gilt jedoch nur, wenn der Lohn auf ein Konto des Au-pairs überwiesen wird. Barzahlungen werden nicht berücksichtigt.

 

 

Persönlicher Erfahrungsbericht

Lena und Ihr Freund Armin haben mittlerweile schon das dritte spanische Au-pair Mädchen. Eine Erfahrung, so sagen sie, die für alle Beteiligten sehr bereichernd war und ist. Beide sind beruflich sehr eingespannt und wünschten sich für ihre Tochter Lisa (knapp 3) eine liebevolle und individuelle Nachmittagsbetreuung. Wir haben den beiden ein paar kurze Fragen gestellt:

 

 

Wie habt Ihr Euch auf die Au-pairs vorbereitet (sprachlich, finanziell, Unterbringung etc.)?

Da wir beide fliessend englisch sprechen und unser Kind mittlerweile gut Spanisch versteht, brauchten wir uns sprachlich nicht gross vorbereiten. Finanziell haben wir uns das Au-pair geteilt. Das Au-pair hat bei uns ein eigenes Zimmer, das wir sehr schön eingerichtet haben, damit es sich als Teil unserer Familie wohl fühlt.

 

Welche Erfahrung habt Ihr bisher mit Euren Au-pairs gemacht?

Insgesamt sehr gute. Zum Teil sind richtige Freundschaften über die Au-pair Zeit hinaus entstanden. Wichtig ist vor allem, dass man das Gefühl hat, die Person, die bei einem wohnt, besitzt trotz des Altersunterschiedes ähnliche Werte und Vorstellungen wie man selbst.

 

Welche Vorteile hat für Euch Au-pair-Kinderbetreuung und welche klare Entlastung bedeutet es für Euren Alltag und für die Vereinbarkeit von Beruf & Familie?

Man ist sehr viel flexibler im Beruf und hat immer jemanden, der im Notfall für die Betreuung einspringen kann. Entspannt zur Arbeit zu gehen, nicht zur Kita zu hetzen und zurück – Das ist wohl die grösste Entlastung für uns. Auch wenn unser Kind krank ist, können wir immer wieder auch auf unser Au-pair zurückgreifen.

 

Lebt Euer Au-pair wie ein weiteres Familienmitglied bei Euch? Und wird sie auch von Eurem Kind als eine enge Bezugsperson wahrgenommen und akzeptiert?

Absolut. Insbesondere das Au-Pair Mädchen, das für ein ganzes Jahr da war, ist zu einem richtigen Familienmitglied geworden und zu einer sehr engen Bezugsperson für unser Kind.

 

Würdet Ihr anderen Familien empfehlen, sich für ein Au-pair zu entscheiden?

Wenn sie beruflich sehr eingespannt sind, auf jeden Fall. Für einen jahrelangen Einsatz ist das sicherlich nichts, da die Au-pairs zu häufig wechseln und die Kinder ständig neue Bezugspersonen haben.

 

Weitere Checklisten von Betreut.de finden Sie in unserem Servicebereich.



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